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Anonyme Bewerbungen? Wir sind Menschen!Es ist schon erstaunlich, wie sehr sich an dem Vorschlag, anonyme Bewerbungen einzuführen, gerieben wird. Und erstaunlich ist auch, wie wenig mancher seine eigenen Aussagen reflektiert. So hat der Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt erklärt, “Allein die Zahl der Gespräche mit Bewerbern, die nach der ersten anonymen Bewertungsphase folgen müssten, würde steigen”. Ich frage mich: warum? Die Zahl steigt doch nur dann, wenn Kriterien zum Ausschluss führen, die in einer anonymen Bewerbung nicht enthalten sind. Das wären also ein Bild, der Name, das Geburtsdatum/Alter, das Geschlecht, der Familienstand und die ethnische Herkunft. Somit bestätigt im Grunde Herr Hundt, dass ein gewisses Maß an Diskriminierung wohl Alltag ist. Das hat auch die Süddeutsche Zeitung in einem Beitrag erkannt und schreib über die Kritiker: “Sie wollten Argumente gegen anonyme Bewerbungen vortragen und haben im Gegenteil bestätigt, wie wichtig sie sind.” Derzeit führen wir bei der Valtech recht viele Bewerbungsgespräche, denn wir suchen neue Kolleginnen und Kollegen. Natürlich bekommen wir Bewerbungen von Menschen mit den unterschiedlichsten individuellen Hintergründen. Aber genau das macht doch den Reiz eines Unternehmens aus: Es kommen Menschen zusammen, die ihre eigene Geschichte und ihre eigenen Erfahrungen und Kompetenzen mitbringen. Aber, sie verfolgen ein gemeinsames Ziel. Die harten Fakten auf dem Lebenslauf sind dabei fast nebensächlich. Was zählt ist, wie wir den einzelnen Bewerber im Gespräch erleben und ob wir zu der Überzeugung gelangen, dass er dieses Ziel mit uns erreichen will und kann. Ob er grüne Haut hat, von einem unbekannten Planeten stammt und fünfhundert Jahre alt ist, interessiert dabei nicht. Wir müssen uns miteinander wohl fühlen, uns verstehen und dann geht es los: We are here for fun and profit! |
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